Aus dem Bäckerhandwerk
Ein Ablauf, der jeden Morgen unter Zeitdruck funktionieren muss, verzeiht keine ungeklärte Übergabe. Genau das ist auch die Frage vor jeder App: Wer macht was, wann, und was passiert, wenn ein Schritt ausfällt?
Quereinstieg
Es gibt mehrere Wege in diesen Beruf. Ich kenne meinen: Bäckerlehre, siebzehn Jahre regulierte Produktion, Vertrieb – und dann eine Weiterbildung, zwei IHK-Zertifikate und drei eigene Apps. Was davon übertragbar war und was ich neu lernen musste, steht hier.
Was übertragbar war
Die Stationen wirken unzusammenhängend. Für die Arbeit an Software waren drei davon nützlicher, als es aussieht – und eine Sache musste ich komplett neu lernen.
Ein Ablauf, der jeden Morgen unter Zeitdruck funktionieren muss, verzeiht keine ungeklärte Übergabe. Genau das ist auch die Frage vor jeder App: Wer macht was, wann, und was passiert, wenn ein Schritt ausfällt?
In der pharmazeutischen und biotechnologischen Fertigung zählt nicht, dass etwas funktioniert hat, sondern dass es nachvollziehbar dokumentiert ist. Diese Gewohnheit steckt heute in Tests, Versionen und Entscheidungsnotizen.
Bedarf klären, bevor man etwas anbietet. Wer gewohnt ist, erst zuzuhören, baut seltener an der Sache vorbei – und sagt eher ab, wenn etwas nicht passt.
Die Sprachen und Werkzeuge: Swift und SwiftUI, Kotlin und Jetpack Compose, Datenmodelle, Schnittstellen, Architektur, Testen und Ausliefern.
Es ist nicht mein erster Quereinstieg. Nach der Bäckerlehre habe ich 2001 bis 2002 den Realschulabschluss nachgeholt und von 2002 bis 2004 zwei Jahre Vollzeit am Berufskolleg Biotechnologie in Heidelberg gelernt – vom Handwerk ins Labor. Zwanzig Jahre später noch einmal, diesmal in die Softwareentwicklung. Das Muster ist beide Male dasselbe: noch einmal von vorn anfangen, in einem Fach, von dem man vorher nichts wusste.
Die einzelnen Stationen mit Zeiträumen stehen auf meinem Profil.
Die Ausbildung
Alle Angaben stammen aus den vorliegenden Zertifikaten und Modulabschlussbewertungen.
Originale auf Anfrage. Die Nachweise enthalten Geburtsdatum und Unterschriften, deshalb stehen sie nicht ungefiltert im Netz. Die Gesellenprüfung als Bäcker ist dagegen öffentlich einsehbar: redigierte Webfassung des Zeugnisses.
Der Lehrplan
Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, die vier Blöcke nacheinander. Auffällig ist die Reihenfolge: Programmiert wird erst im zweiten Block. Davor steht das Gestalten.
Am Ende standen Bonusthemen: Berechtigungen, Benachrichtigungen, Kartendarstellung, die Veröffentlichung im Play Store, dazu ein Ausblick auf Flutter und Kotlin Multiplatform. Ein Ausblick ist keine Erfahrung. Was ich mit Flutter und Kotlin Multiplatform gemacht habe, waren Kursdemos – ein eigenes Projekt habe ich damit bis heute nicht gebaut.
Was dabei herauskam
Gebaut, getestet – und in einem Fall bewusst nicht vermarktet.
Native App für iOS und Android mit gemeinsamem Firebase-Backend. Die iOS-Fassung läuft als Beta über TestFlight, die Android-Fassung als Beta. Eine Vermarktung ist vorerst nicht geplant; der technische Praxistest läuft.
Digitale Stempelkarte für das Lebensmittelhandwerk: Android-App mit Kotlin und Compose, dazu eine Web-App als Kasse und Verwaltung auf Supabase. Marktreif, mit offenem Demozugang, bisher ohne Kunden.
iOS-MVP für Familien, die eine Auswanderung vorbereiten. SwiftUI, MVVM, Firebase und die Open-Data-Schnittstelle des Auswärtigen Amts. Abschlussprojekt der Weiterbildung, nicht im App Store.
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