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Quereinstieg

Wie wird man App-Entwickler? Mein Weg begann in der Backstube.

Es gibt mehrere Wege in diesen Beruf. Ich kenne meinen: Bäckerlehre, siebzehn Jahre regulierte Produktion, Vertrieb – und dann eine Weiterbildung, zwei IHK-Zertifikate und drei eigene Apps. Was davon übertragbar war und was ich neu lernen musste, steht hier.

2.300
Unterrichtseinheiten Weiterbildung
2 IHK-Zertifikate
iOS und Android, 2025
3 eigene Apps
iOS, Android und Web

Was übertragbar war

Vier Stationen, eine Denkweise.

Die Stationen wirken unzusammenhängend. Für die Arbeit an Software waren drei davon nützlicher, als es aussieht – und eine Sache musste ich komplett neu lernen.

01

Aus dem Bäckerhandwerk

Ein Ablauf, der jeden Morgen unter Zeitdruck funktionieren muss, verzeiht keine ungeklärte Übergabe. Genau das ist auch die Frage vor jeder App: Wer macht was, wann, und was passiert, wenn ein Schritt ausfällt?

02

Aus der regulierten Produktion

In der pharmazeutischen und biotechnologischen Fertigung zählt nicht, dass etwas funktioniert hat, sondern dass es nachvollziehbar dokumentiert ist. Diese Gewohnheit steckt heute in Tests, Versionen und Entscheidungsnotizen.

03

Aus dem Vertrieb

Bedarf klären, bevor man etwas anbietet. Wer gewohnt ist, erst zuzuhören, baut seltener an der Sache vorbei – und sagt eher ab, wenn etwas nicht passt.

04

Neu lernen musste ich

Die Sprachen und Werkzeuge: Swift und SwiftUI, Kotlin und Jetpack Compose, Datenmodelle, Schnittstellen, Architektur, Testen und Ausliefern.

Es ist nicht mein erster Quereinstieg. Nach der Bäckerlehre habe ich 2001 bis 2002 den Realschulabschluss nachgeholt und von 2002 bis 2004 zwei Jahre Vollzeit am Berufskolleg Biotechnologie in Heidelberg gelernt – vom Handwerk ins Labor. Zwanzig Jahre später noch einmal, diesmal in die Softwareentwicklung. Das Muster ist beide Male dasselbe: noch einmal von vorn anfangen, in einem Fach, von dem man vorher nichts wusste.

Die einzelnen Stationen mit Zeiträumen stehen auf meinem Profil.

Die Ausbildung

Was ich gelernt habe und wo.

Alle Angaben stammen aus den vorliegenden Zertifikaten und Modulabschlussbewertungen.

  1. 09/2024–09/2025IT-Fachkraft für App-Entwicklung (iOS und Android)Syntax Institut · 2.300 UnterrichtseinheitenUX/UI, Swift, SwiftUI, Kotlin, Compose, Datenhaltung, APIs, Architektur und Testing.
  2. 06/2025iOS App Developer (IHK)IHK Akademie München und Oberbayern · 290 UnterrichtsstundenSwift, SwiftUI, Navigation, MVVM, Core Data, Netzwerke, Repository Pattern und Firebase.
  3. 10/2025Android App Developer (IHK)IHK Akademie München und Oberbayern · 245 UnterrichtsstundenCompose, App-Architektur, State, Datenbanken, APIs, Theming, Animationen und App-Testing.
  4. 2025Modulabschlüsse EmigrateIn und TreueBissSyntax Institut · Gesamtbewertung: sehr gutBewertet wurden technisches Verständnis, Funktionsweise, Planung, Code Style, Nutzbarkeit und Präsentation.

Originale auf Anfrage. Die Nachweise enthalten Geburtsdatum und Unterschriften, deshalb stehen sie nicht ungefiltert im Netz. Die Gesellenprüfung als Bäcker ist dagegen öffentlich einsehbar: redigierte Webfassung des Zeugnisses.

Der Lehrplan

Was zwölf Monate Vollzeit tatsächlich enthalten.

Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, die vier Blöcke nacheinander. Auffällig ist die Reihenfolge: Programmiert wird erst im zweiten Block. Davor steht das Gestalten.

  1. 01Gestalten35 KurstageMoodboard, Low- und High-Fidelity-Wireframes, Prototyp, Preference Test, Nutzertest, Hand-Off an die Entwicklung, Akzeptanzkriterien, Human Interface Guidelines, Unterschiede zwischen iOS und Android, Case Study und Abschlusspräsentation.
  2. 02Programmieren lernen8 WochenEinstieg, Kontrollstrukturen, Datenmodellierung, Datenstrukturen und Iterationen, objektorientierte Programmierung, funktionale Konzepte, Abschlussprojekt.
  3. 03iOS11 Wochen und mehrSwiftUI-Grundlagen, States und Bindings, Listen und Navigation, Datenbanken, APIs, Architektur, Firebase, Testing und Nutzerinteraktion – dazwischen zwei Gruppenprojekte, am Ende ein Abschlussprojekt.
  4. 04Android8 Wochen plus AbschlussphaseKotlin-Grundlagen, Jetpack Compose, State Management, Navigation, APIs, Datenbanken, Architektur, zwei Projektwochen und die Abschlussphase.

Am Ende standen Bonusthemen: Berechtigungen, Benachrichtigungen, Kartendarstellung, die Veröffentlichung im Play Store, dazu ein Ausblick auf Flutter und Kotlin Multiplatform. Ein Ausblick ist keine Erfahrung. Was ich mit Flutter und Kotlin Multiplatform gemacht habe, waren Kursdemos – ein eigenes Projekt habe ich damit bis heute nicht gebaut.

Was dabei herauskam

Drei Apps, drei ehrliche Zwischenstände.

Gebaut, getestet – und in einem Fall bewusst nicht vermarktet.

01

RevierHege

Native App für iOS und Android mit gemeinsamem Firebase-Backend. Die iOS-Fassung läuft als Beta über TestFlight, die Android-Fassung als Beta. Eine Vermarktung ist vorerst nicht geplant; der technische Praxistest läuft.

02

TreueBiss

Digitale Stempelkarte für das Lebensmittelhandwerk: Android-App mit Kotlin und Compose, dazu eine Web-App als Kasse und Verwaltung auf Supabase. Marktreif, mit offenem Demozugang, bisher ohne Kunden.

03

EmigrateIn

iOS-MVP für Familien, die eine Auswanderung vorbereiten. SwiftUI, MVVM, Firebase und die Open-Data-Schnittstelle des Auswärtigen Amts. Abschlussprojekt der Weiterbildung, nicht im App Store.

Ehrlich bleiben

Was ich nicht sagen kann.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Was macht ein App-Entwickler eigentlich?
Weniger Tippen, als man denkt. Der größere Teil ist klären: Welcher Ablauf soll besser werden, wer benutzt die App, welche Daten gibt es wirklich. Danach kommt das Bauen – Oberfläche, Datenmodell, Schnittstellen –, dann das Ausliefern und Testen mit echten Geräten, und zuletzt das Pflegen. Eine App ist nie fertig, sie ist höchstens veröffentlicht.
Was ist ein iOS-Entwickler?
Jemand, der Apps für iPhone und iPad baut – mit Swift als Sprache und meist SwiftUI für die Oberfläche. Das Gegenstück für Android heißt Kotlin und Jetpack Compose. Wer für beide Plattformen nativ entwickelt, nennt sich in der Regel schlicht App-Entwickler. Ich arbeite auf beiden Seiten.
Wie nennt man App-Entwickler noch?
Mobile Developer, iOS- oder Android-Entwickler, App-Programmierer. Die Bezeichnungen meinen dasselbe Handwerk und unterscheiden sich vor allem darin, für welche Plattform gebaut wird.
Braucht man ein Studium?
Mein Weg war es nicht. Ich habe zwei Ausbildungen hinter mir – Bäcker und biotechnologischer Assistent – und die zwölfmonatige Weiterbildung zur App-Entwicklung, dazu zwei IHK-Zertifikate, aber keinen Hochschulabschluss. Ob das für einen bestimmten Arbeitgeber reicht, kann ich nicht beurteilen; dazu kenne ich nur meinen eigenen Fall.
Wie lange hat das gedauert?
Zwölf Monate in Vollzeit, von September 2024 bis September 2025: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, die vier Blöcke nacheinander. Die beiden IHK-Lehrgänge lagen im Juni und Oktober 2025, die ersten eigenen Apps entstanden parallel dazu.

Sie haben ein Vorhaben

Aus dem Weg ist ein Handwerk geworden.

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